Eine kleine, feine Gruppe trifft sich Mitte Juni zum zweiten Block der Esalen Massage am Kientalerhof. Grad so geschafft haben wir es, trotz Corona, nach Plan mit unserer Ausbildung weiterzufahren.
Die fünf Elemente in der Massage mit Ingrid May
Magisch. Die Reflektion der feinen Wellenbewegung des Teiches an der Decke des Kursraumes. Die Freude ist gross, dass genau in unserer Massage Woche der neu erstellte Schwimmteich eröffnet wird. Jetzt ist uns das Element Wasser, die Inspiration der Esalen Massage, nochmals ganz nahe. Überhaupt beschäftigen wir uns ganz intensiv mit den fünf Elementen. Wir tanzen Wasser, Luft, Erde, Feuer und Äther. Ingrid May, unsere Kursleiterin, zeigt uns immer wieder, wo und wie wir sie in der Körperarbeit wiederfinden und integrieren können.
“In der Zeit von 1996 bis 2018 lebte ich auf dem Südamerikanischen Kontinent.
Meine Besuche bei einheimischen Kulturen wie den Queros in Peru und den Kogis und Arhuacas in Kolumbien haben mich sehr bewegt und beeindruckt.
Während dieser Zeit ist meine Verbindung zu den verschiedenen Elementen und unserer Mutter Erde “Pachamama” sehr gewachsen.
Es wurde mir immer klarer wie wir durch Verstehen dieser Elemente auch ein besseres Verstehen zu uns selbst und unseren verschieden Zyklen/Rhythmen aufbauen können was wiederum meine Arbeit als Esalen Massage Practitioner vertieft hat und für mich eine klare Intention bekam.
Wir finden diese verschieden “Töne” nicht nur in unserem Körper wieder. Auch im Alltag können wir sie genau beobachten.
Was ist meine predominante Energie? Wie kann ich sie regulieren?
Jede Energie fühlt sich anders an in unserem Körper. Sie hat einen anderen Ton, eine andere Emotion, eine andere Körperhaltung. Die Kenntnis dieser Eigenschaften kann hilfreich sein um einen Patienten/ Klienten zu begleiten und unterstützen.
Im Gegensatz zu den 5 Elementen in der Chinesischen Philosophie (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser) habe ich einen für mich leichteren Zugang zu einer anderen Einteilung der Elemente gefunden in der Kosmovision der Anden.
Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther.
Wir brauchen alle Elemente um zu überleben währenddessen die Elemente auch sehr gut ohne den Menschen überleben. Diese Erkenntnis hat eine Ehrfurcht in mir hervorgerufen die mich auch heute noch begleitet.
Als Metapher für diese Elemente habe ich ein paar Beispiele ausgesucht.
Erde: Stabilität, Realität, Kraft, Verwurzelung, Form, Zeit, Raum, Beruf
Symbole: Erdreich, Berg, Fels, Stein, Baum, Wurzeln.
Feuer: Energie, Motivation, Impuls, Freude, Wärme, Transformation, (Männlichkeit?)
Symbole: Feuerstelle, Kerzenflamme, Waldbrand, Asche, Rauch, Sonne
Wasser: Gefühl, Intuition, Fliessen, Wandlung, Anpassung, Magie, Zärtlichkeit, (Weiblichkeit?)
Symbole: Fluss, Wasserfall, See, Meer, Fisch, Mond
Luft: Intellekt, Klarheit, Weitblick, Inspiration, Interesse, Idee, Kommunikation, Leichtigkeit, Gedanken, Geist
Symbole: Wolken, Feder, Vogel, Windrad, Klangspiel
Äther: Das Allumfassende, Keine Zeit Keine Raumbegrenzung, Licht, Existenz, Weltall.
Alle diese Elemente brauchen ein Gleichgewicht in uns selbst und in der Natur. Nimmt eins überhand kann das oft störende Auswirkungen haben zum Beispiel in Naturkatastrophen oder in ausser Kontrolle geratenen Emotionen.
Bewusst Sein ist der erste Schritt.
”
Spüren anstelle von Tun
Die Verbindung aller Elemente in der Körperarbeit soll mit Leichtigkeit geschehen, ohne Anstrengung, meint Ingrid. Das geschieht, in dem wir immer wieder den kleinen Schritt vom Tun ins Spüren machen. Oder vom Spüren ins Tun? Dabei lassen wir uns leiten von der Intuition unseres Herzens, der Präsenz unseres Seins und dem Fluss unserer Hände. Der Boden, die Erde unter unseren Füssen schenkt uns Stabilität im fliessenden Tanz um den Massagetisch. Gleichzeitig unterstützt sie unsere Massage Arbeit durch ihre Anziehungskraft - wir lassen uns durch unsere Mitte und unsere Hände in den Körper des anderen fallen und lassen so das Element Erde für den Empfangenden spürbar werden. Das hilft uns beiden, aus dem vielen Denken in die Verkörperung, ins Hier und Jetzt zu finden. Embodiment pur.
Die Erde segnen
Dann, am Donnerstag ist es soweit: Mario Binetti und Mona Achermann eröffnen offiziell in einer kleinen Zeremonie den Schwimmteich. Der grosszügigen Unterstützung von Annette Ringier verdankt das ehemalige stillgelegte Schwimmbad seine Transformationen zu einem lebendigen Biotop. Unsere Massagegruppe und Mona haben die beiden Lieder für das Ritual schon bestens eingeübt. Mit Begeisterung und “Hey, Hey, Ungala” begrüssen wir die kleine Felsenbirne, die Mario mit seinen Enkelkindern zu Ehren Annette pflanzt.
Anschliessend segnen wir das Land mit dem hawaiianischen Lied “E malama”. Mögen wir dieses Land ehren. Möge es in der rechten Art und Weise gehegt und gepflegt werden. Möge es gedeihen. “Earth and sky, sea and stone, hold this land in sacredness!”
Aktuelle Kurse Esalen Massage in der Schweiz:
Esalen Massage Einführungskurs in Wetzikon / Zürich: 19. / 20.9.2020 mit Gabriela Bucher
Deep Bodywork mit Rob Wilks, Psoas, Knie und Baucharbeit: 14. - 18.10.2020 mit Rob Wilks (Änderungen vorbehalten).