Machst du dir auch Gedanken, wie zukünftige Klienten zu der Methode Esalen Massage finden? Wieso sollten sie überhaupt ausgerechnet in deine Praxis kommen? Was unterscheidet dich als Esalen Practitioner zu der Klassischen Masseurin und der Shiatsu Therapeutin um die Ecke?
Das Internet ist ein Dschungel. Gesehen wird, wer weiss, wieso er gesucht wird. Wer sich nach den Bedürfnissen seiner Klienten ausrichtet und sich dadurch klar positioniert.
Im Sommer 2017 hat mich Sandy Kaufmann, die Gründerin des neuen Gesundheitsportals für Komplementärmedizin www.holistia.ch kontaktiert. Ihr Angebot: die Esalen Massage als Methode und den Arbeitskreis Esalen Massage Schweiz als Gruppierung auf www.holistia.ch vorzustellen. Letzten Herbst hat Sandy mit mir über ihre bisherigen Erfahrungen auf www.holistia.ch gesprochen:
Sandy, was sind aus deiner Erfahrung nach die 3 Hauptgründe, die Menschen dazu bewegen, sich komplementärtherapeutisch behandeln zu lassen?
Aus den Anfragen, die ich bekomme, kann ich die Kunden in drei Gruppen verteilen:
- Die „Vorbeuger“: sie haben keine besondere Probleme, wertschätzen Ihre Gesundheit und wollen natürliche Methoden als Vorbeugung nutzen. Diese Leute kennen sich schon gut in dem Bereich aus und mögen neue Methoden entdecken.
- Die „Feuerlöscher“: sie waren nicht auf die Erstsignale ihres Körper aufmerksam, sind von einem bestimmten Problem gestört und sie suchen eine effiziente (und schnelle) Lösung zu ihrem Verdauungsproblem, Übergewicht, Mentalstress, Migräne oder Rückenschmerzen. In diesem Bereich bietet die Komplementärmedizin teilweise bessere Lösungen als die Schulmedizin. Diese Leute wollen rasch wissen, welche Methode effizienter ist für ihre Notfalllösung.
- Die „Etwas hat sich geändert“: sie erleben eine Änderung und suchen eine Alternative Methode um ihr Wohlbefinden zu verbessern. Es kann eine Mutter nach der Geburt sein, die ein Mangel an Mikronährstoffen hat und dadurch übermüdet ist. Jemand in einer Partnerschaftskrise, eine Frau in den Wechseljahren oder jemand, der schlecht mit Stress umgehen kann. Diese Personen brauchen eine Lösung für ihr Problem, sind aber auch bereit, etwas langfristig zu ändern.
Das Angebot an verschiedenen Methoden ist riesig. Gibt es Hinweise darauf, anhand welcher Kriterien sich Klienten für eine bestimmte Methode entscheiden? Wie können wir sie dabei unterstützen?
Mit Informationen basierend auf der Pathologie!
Viele Leute kennen die bekanntesten Methode wie TCM, Osteopathie oder Naturheilkunde. Es ist Ihnen aber nicht bewusst dass es mehr als 180 anerkannte Methoden gibt.
Die Leute suchen eine Lösung zu ihren Problemen und nicht Erklärungen von Methoden.
Die finale Auswahl der Methode liegt beim Kunden und ist sehr persönlich. Es ist wichtig, dass die Leser ihrer eigenen Intuition folgen, ihre eigenen Entscheidungen treffen und dafür ihre eigene Verantwortung zu einer besseren Gesundheit übernehmen.
Welche Rolle spielen die sozialen Medien? Welche sozialen Medien, denkst du, sind für Komplementärtherapeuten besonders wichtig?
Für mich ist es wichtig, dort präsent zu sein, wo die Leute sich informieren: Soziale Netzwerke gehören dazu, aber auch Messen, Google-Suche, Zeitungen etc... Bei den sozialen Netzwerken kann man noch Leute holen, die nicht etwas aktiv suchen und per „Zufall“ die Komplementärtherapie entdecken. In der Schweiz sind Facebook und Instagram sehr verbreitet.
Viele Therapeuten fragen sich, ob sie eine Facebook-Seite eröffnen sollen. Die Frage ist: wieviel Zeit und Geld bist du bereit zu investieren? Facebook ändert konstant seinen Algorithmus und man ist heutzutage kaum sichtbar ohne Video-Content oder Werbung. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Investition nur für ein Coach mit einem Online-Angebot, für einen Verband oder eine Schule.
Was ich ab 2018 für alle angemeldete Therapeuten von holistia.ch anbieten werde, ist eine Facebook Gruppe „Ask holistia“ wo Leute eine Gesundheitsfrage stellen können und Antworten von qualifizierten Therapeuten erhalten. Mit dieser Möglichkeit werden die Therapeuten die Möglichkeit haben, eine kostenlose Soziale Netzwerk Präsenz zu haben und mit ihrem Wissen neue Kunden überzeugen.
Was können wir tun, um die Sichtbarkeit unserer eigenen Praxis-Webseite zu erhöhen?
Man sollte sich die Frage stellen, ob man wirklich eine Webseite möchte. Heutzutage ist eine Praxis Webseite wie ein Tropfen im Ozean. Ohne Geld und Zeitinvestition ist man überhaupt nicht sichtbar, ausser wenn man den Namen des Therapeuten kennt. Es macht mich traurig, wenn ich von Therapeuten höre, die fast CHF 2‘000 in ihrer Webseite investiert haben und das für umsonst.
Die richtige Frage ist, was ist dein Ziel mit einer Online Präsenz. Kundengewinnung? Dann würde ich empfehlen, sich in mehrere Therapeuten- oder allgemeinen Verzeichnissen anzumelden. So wirst du in der Google-Suche mit deinem Namen gefunden und zusätzlich, wenn jemand einen Masseur oder eine Esalen Massage sucht.
Wenn es für Dich absolut wichtig ist, eine Webseite zu haben, dann würde ich kein Geld investieren und die Webseite mit einer kostenlosen Plattform erstellen wie Wix oder Wordpress.
Welche Vorteile bringt es einer Therapeutin, sich zusätzlich in einer Internet-Plattform wie www.holistia.ch eintragen zu lassen?
Du erhöhst drastisch Deine Sichtbarkeit. Holistia.ch unterscheidet sich von anderen Plattformen in folgenden Punkten:
- Du kannst dich kostenlos anmelden.
- 100% der gebührenpflichtigen Abos geht in die Sichtbarkeitsmassnahmen. Ich habe bereits CHF 30‘000 für Sichtbarkeit investiert und das Geld, das ich von den gebührenpflichtigen Abos erhalte, geht zu 100% in Sichtbarkeitsinvestitionen, da ich mir keinen Lohn zahle und mit meinem eigenen Geld meine Redakteurin bezahle. Wenn 350 zusätzlichen Therapeuten ein PREMIUM-Abo bei Holistia bezahlen, ist geplant, eine schweizweite Google-AdWords Kampagne zu starten. Hier bin ich für jede Unterstützung von Therapeuten oder Verbänden dankbar.
- Qualitativer Inhalt. Auf Google findet man viele Informationen, aber welchen Informationen kann man vertrauen? Auf holistia.ch lege ich zusätzlich den Fokus auf qualitativ hochwertigem Inhalt, um den Leuten zu helfen, die geeignete Methode zu wählen. Deshalb arbeite ich mit 26 Verbänden, um die Methoden vorzustellen und mit qualifizierten Therapeuten, um Artikel zu erstellen. Ab 2018 möchte ich die Inhaltsform multiplizieren und das Angebot mit Podcast, Webinare, Facebook und Instalive zu entwickeln.
- Mit Liebe und Leidenschaft, klein und fein. Die Komplementärmedizin hat mein Leben so verbessert, dass ich anderen Leuten diese wunderschönen Methoden vorstellen möchte. Natürlich möchte ich langfristig von meiner Leidenschaft leben können, ich habe aber keine ambitiösen Ziele damit.
Was mir an www.holistia.ch vor allem auffällt, ist die Möglichkeit der Klienten zur Interaktion mit den Therapeuten. Wie wichtig ist deiner Meinung nach diese Art der Vernetzung ?
Viele Kunden fangen eine Therapie nach der Empfehlung von einem Freund/einer Freundin oder einem Bekannten an. Kundenempfehlungen sind immer die beste Werbung für einen Therapeuten und ich möchte diese Leser auf holistia ermutigen, dies ebenfalls auf der Plattform zu machen: sei es in Form von Erfahrungsberichten, von Artikeln zu einer Methode oder zu einem bestimmten Therapeuten.
Gibt es Ratschläge, die du uns für die Zukunft der Methode Esalen Massage geben kannst? Was könnte die grösste Herausforderung in den nächsten Jahren sein?
Für Massage-Therapien ist das Angebot explodiert. Es gibt zusätzlich viele „Wellness“ Massage Angebote, die mehr ein Streicheln sind und es verwirrt oft die Leute. Es gibt hier ein starkes Bedürfnis zu mehr Klarheit.
Das Video zu der Esalen-Massage war ein sehr guter erster Schritt, um zu zeigen, was eine Esalen Massage ist. Aus meiner Sicht würde ich noch mehr den therapeutischen Effekt erklären. Der Vorteil einer Esalen Massage ist, dass sie therapeutisch UND angenehm ist. Dadurch eignet sie sich bestens als Einstieg in die Komplementärmedizin.
Vielen Dank, Sandy!
Autorinnen: Lili Imboden mit Sandy Kaufmann, November 2017